Schulwald-Kooperationsvereinbarung auf den Weg gebracht

Alle Teilnehmer nach der erfolgreichen Besprechung

Wald ist Rückzugsgebiet und Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten

In der vergangenen Woche trafen sich das Kollegium der Schlossbergschule mit den Elternbeiräten, dem Bürgermeister der Stadt Ulrichstein, Edwin Schneider, dem zuständigen Revierleiter, Forstamtmann Peter Kraus und dem Vertreter des Jagdpächters und der Naturschutzwacht des VHC Dr. Dietmar von dem Borne, um eine Kooperationsvereinbarung zum Projekt „Schulwald“ zu erarbeiten.

Schulwälder sollen den Schulklassen eine Beschäftigung mit dem Thema "Wald" in eigener Regie ermöglichen. Nach einer Einführungs- und Anleitungsphase durch die zuständigen Förster ist die Eigeninitiative der Lehrkräfte gefragt. Nach Absprache mit Waldeigentümer und Förster kann das Lehrpersonal auf den Waldflächen zum Beispiel Pflanz-, Pflege- und Schutzmaßnahmen selbstständig durchführen. Vorteilhaft für die Schulkinder ist, dass sie mehrfach und zu allen Jahreszeiten in „ihren“ Schulwald zurückkehren können. Hierdurch wird eine Identifikation erreicht, die selbst über die Schulzeit hinausgehen kann. Wer möchte nicht mal nachschauen, wie sich das selbst gepflanzte Bäumchen entwickelt hat?

Die Betreuung der Schulwälder schafft bei den Kindern ein Verständnis für den Wald als Lebensraum, der mehr als Freizeit- und Erholungsraum ist. Wald schützt unser Klima und ist Rückzugsgebiet und Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Die Stadt Ulrichstein und die Schlossbergschule wollen mit ihrer Kooperation ein Zeichen setzen und zu einem größeren Naturverständnis, gerade auch bei den Jüngsten, beitragen. Hierzu schien das schulnah gelegene Laubwaldgebiet „Gründchen“ am geeignetsten.

Das Gründchen bietet mit seinen Laubwaldbeständen, Kulturen, Waldwiesen und dem Bachlauf des Gilgbaches ideale Voraussetzungen für die Schlossbergschüler, um den Wald als realen Lernort mit seinen vielfältigen Lernfeldern besuchen, kennenlernen und erfahren zu können.

Die Schule freut sich sehr über das Angebot, diesen besonderen Lernort auf einer Teilfläche nutzen zu können. Das Gründchen ist schon viele Jahre fester Bestandteil praxisbezogenen Lernens im Sachunterricht.

Die Beteiligten einigten sich in der ersten Zusammenkunft bereits auf Aktivitäten, die im Frühjahr stattfinden sollen. Die Klasse 4 wird die im Werkunterricht gebauten Nistkästen im Schulwald aufhängen und im Frühjahr soll eine Klasse sich an einer Pflanzaktion beteiligen.

Erste Maßnahmen beim Projekt Schulwald

Vögel beginnen mit Vorbereitungen für Nestbau

Klasse 4 der „Schlossbergschule“ brachte Nisthilfen an

Dass zwischen der Genehmigung eines Projektes und dem Beginn der Maßnahmen nicht lange Wartezeiten vergehen müssen, machte jetzt die „Schlossbergschule“ deutlich. Nach dem Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen dem Kollegium der Schlossbergschule mit den Elternbeiräten, dem Bürgermeister der Stadt Ulrichstein, Edwin Schneider, dem zuständigen Revierleiter, Forstamtmann Peter Kraus und dem Vertreter des Jagdpächters und dem Naturschutzwart des VHC, Dr. Dietmar von dem Borne, zum Projekt „Schulwald“ (wir berichteten bereits darüber) starteten anfangs dieser Woche bereits die ersten Maßnahmen. Dem Aufruf des NABU Landesverbandes Hessen folgend hängten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 mit ihrer Klassenlehrerin Bettina Istas unter Leitung von Dr. Dietmar von dem Borne, dem Naturschutzwart des VHC Zweigverein Ulrichstein, 15 Nisthilfen auf.

Der NABU hatte landesweit darauf hingewiesen, dass der milde Jahresstart mit Sonnenschein und Plusgraden schon seit einigen Wochen für Frühlingsgefühle sorge. Die Vögel kämen in Fahrt und würden mit den Vorbereitungen für den Nestbau beginnen. Mit lautem Gesang steckten Meisen und Kleiber bereits ihr Revier ab. Waldkauz und Schleiereule seien bei der Balz. Doch häufig fänden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Insbesondere die intensive Nutzung der offenen Landschaft, aber auch die übertriebene Ordnungsliebe mancher Menschen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld erschwerte ihnen die Wohnungssuche.

Künstliche Nisthilfen seien deshalb ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der heimischen Vogelwelt. Fertige Kästen könnten noch bis Anfang März aufgehängt werden.
Die angebotenen künstlichen Nisthilfen bieten besonders Vögeln die Möglichkeit, besser über die Runden zu kommen. Mit einem Nistkasten könne man Meisen, Spatzen, Gartenrotschwanz und Staren ein passendes Quartier schaffen.
Die wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen heiße: "Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden." Dies wurde bei den im Werkunterricht gebauten Nisthilfen der Schlossbergschule beachtet. Nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten würden Nist- und Quartierhilfen gerne annehmen.

Für Insekten seien diese leicht gebaut, war vom NABU zu hören: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Hartholz – zum Beispiel aus Buche oder Eiche – werde an einer sonnigen, windgeschützten Stelle im Garten aufgehängt und schon fänden dort Bienen und Wespen ein Zuhause. Fledermauskästen benötigten etwas mehr Aufwand, könnten jedoch mehrere Jahre von den Tieren als Wochenstube zur Aufzucht der Jungen genutzt werden.
Die Stadt Ulrichstein und die Schlossbergschule wollen mit ihrer Kooperation ein Zeichen setzen und zu einem größeren Naturverständnis, gerade auch bei den Jüngsten, beitragen. Hierzu ist das schulnah gelegene Laubwaldgebiet „Gründchen“ am geeignetsten.

Dass das Gründchen schon viele Jahre fester Bestandteil praxisbezogenen Lernens im Sachunterricht ist, war bei der Aktion deutlich zu sehen, denn so ging es nach dem Eintreffen im „Gründchen“ schnurstracks zu einem zwischen der Schutzhütte und dem Steg über den Gilgbach im Vorjahr gebauten „Waldsofa“, um eine kurze Rast einzulegen.
An dem Steg wartete dann Dr. Dietmar von dem Borne, um mit den Kindern zusammen die Nisthilfen aufzuhängen. Das Gründchen wurde bereits vor vielen Jahren zum Vogelschutzgebiet ausgerufen und vom VHC Zweigverein Ulrichstein betreut. Die neuen Nisthilfen sind linksseitig des Gilgbaches angebracht worden, da hier noch keine vorhanden waren.

Bilder und Textgrundlage: Dieter Graulich