Historischer Stadtrundgang

Historischer Stadtrundgang
Zollhaus

Sie beginnen Ihren Gang am Zollhaus (1). Es wurde 1464 aus Basaltgestein errichtet und ist zusammen mit dem Vorwerk das älteste Bauwerk der Stadt. Hier nahm der Zöllner die Abgaben und den Wegzoll für den Burgherrn ein. 1825 ging das Zollhaus in den Besitz der Stadt Ulrichstein über und wurde als Markthaus genutzt. Von 1945 bis 1965 diente es als Wohngebäude. Nach einem Umbau 1968 beherbergte es ein kleines Heimatmuseum.

Burgruine

Gehen Sie nun in nordwestlicher Richtung weiter zur Straße Schnappenhain und folgen der Beschilderung zum Schloßberg. Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg erreichen Sie die Burgruine Schloßberg (2). Wann der Bau der Anlage begann, ist nicht ganz sicher. Es wird ein Zeitraum um das Jahr 1200 diskutiert. Die endgültige Größe erreichte die Burg im Jahre 1569, als Graf Christoph Ernst von Dietz die äußere Burgmauer errichten ließ. Während des siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) war die Burg besonders umkämpft. 1826 verkaufte der Großherzog von Hessen-Darmstadt die Burg an G. F. Schuchardt für 820 Gulden. Dieser gab die Burg 1835/36 als Steinbruch frei. 1853 kaufte das Land Hessen die Ruine zurück. Sie ist somit eine Liegenschaft des Landes Hessen. 1905/06 wurde der Aussichtsturm auf der Burg errichtet. Er hat keinen historischen Bezug zur ehemaligen Anlage. Im Nordwestbereich der äußeren Burg befindet sich seit 1969 ein Ehrenfriedhof des VdK für Verstorbene des Zweiten Weltkrieges. Von 1991 an bemüht sich der Verein zur Erhaltung der Burgruine um die Sanierung der Mauerreste, die unter Denkmalschutz stehen

Kirche

Sie verlassen die Burg und gehen bis zum Schnappenhain zurück. Dieser Straße folgen Sie weiter in nordwestlicher Richtung und erreichen die Marktstraße, die von hier ab Hauptstraße heißt. Vor Ihnen liegt die evangelische Kirche (3). Sie wurde am 20. Oktober 1861 eingeweiht und steht an der Stelle, an der 1575 die erste Kirche im Stadtgebiet gebaut worden war, die wegen Baufälligkeit 1851 abgebrochen werden mußte. In der heutigen Kirche befinden sich noch Relikte aus der Burgkapelle und der früheren Kirche.

Blücher

Von hier gehen Sie nach rechts und erreichen nach wenigen Schritten das ehemalige Gemeindegasthaus (4). Die Tafel weist auf den Besuch des Feldmarschall Blücher "Fürst v. Wahlstatt" hin, der Napoleon, nach dessen Niederlage am 16., 18. - 19. Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig, Richtung Rhein verfolgte.

Gericht

Sie gehen die Straße an einem alten Dorfbrunnen mit Pumpe vorbei und kommen zum ehemaligen Amtsgericht (5). Vor diesem Gebäude stehen zwei alte Linden (links: "Friedenslinde" 1870/71, rechts: "Bismarck-Linde" 80. Geburtstag Bismarcks). Das Gebäude wurde 1838 im Zuge der erneuten Installation des Gerichtes Ulrichstein erbaut. Auch der Sitz eines Gerichts zeigte in früheren Zeiten den Stadtstatus einer Gemeinde an. Am 30.06.1968 wurde das Amt Ulrichstein schließlich aufgelöst.

Synagoge

Sie folgen nun der Marktstraße bis zur Abzweigung Ludwigstraße. Diese gehen Sie abwärts bis an die Herrngartenstraße, in die Sie nach links einbiegen. Nach ca. 40 m erreichen Sie auf der linken Straßenseite die ehemalige Synagoge (6). Das 1847 erbaute Haus diente den jüdischen Bürgern als sakrale Stätte und Religionsschule.

Jugendbad

Wenige Schritte weiter erreichen Sie auf der rechten Seite ein Wohnhaus, das ursprünglich das Judenbad und Judenbackhaus (7) darstellte. Das Gebäude war 1849 erbaut worden, aufgrund einer Verfügung des Kreisamtes in Grünberg, die die Benutzung der häuslichen Bäder aus hygienischen Gründen für die rituellen Waschungen nicht mehr zuließ.

Haus der Pebler

   

An der Ecke zur Ulrich-Mull-Straße steht das Haus Pebler (8). Es handelt sich um das älteste Wohnhaus Ulrichsteins, das den großen Brand von 1763 überstanden hat

Post
Verwaltung

Am ehemaligen Rathaus (9) vorbei gehen Sie jetzt zur Alten Post (10). Von diesem 1853 erbauten Haus hatte Ulrichstein seine Verbindung zur Welt hergestellt.

Vorwerk

Auf der Hauptstraße gehen Sie Richtung Bobenhausen zum Vorwerk (11). Es stammt wie das Zollhaus aus dem Jahre 1464 und gehörte wie dieses zur Burg. Bis 1825 wurden hier die Abgaben der Bevölkerung gesammelt. Deshalb trägt das Gebäude auch den Namen "Zehntscheuer". Von etwa 1700 bis 1849 war hier die "Ulrichsteiner Stutterey", ein Teil des großherzoglichen Landgestüts, untergebracht. Aus diesem Gestüt stammte die "Ulrichsteiner Pferderasse". 1870 verkaufte das großherzogliche Haus das Vorwerk an zwei Privatleute. 1933 erwarb es die Stadt Ulrichstein, die es ab 1945/46 bis zum Jahre 1990 als Wohngebäude nutzte. Danach wurde es zum "Museum im Vorwerk" umgestaltet. Es werden heimisches Kulturgut, landwirtschaftliches Gerät und forstliche sowie jagdliche Exponate präsentiert.

Judenfriedhof

Steigen Sie vom Museum zur Hauptstraße hinauf, überqueren diese, dann gelangen Sie in den "Altebergsweg", der sich nach ca. 50 m gabelt. Sie folgen dem linken Ast. Auf streckenweise unbefestigtem Weg gelangen Sie zum Judenfriedhof (12). Die Anlage wurde schon vor 1800 benutzt. 1938 fand die letzte Bestattung eines jüdischen Bürgers statt. Von hier gehen Sie die "Schöne Aussicht" weiter zum Lindenplatz zurück.