Tag der Jagd 2010 dokumentiert Verbundenheit des Jagdwesens mit der Bevölkerung

Tag der Jagd
Groß war das Interesse bei den Vorträgen zum Tag der Jagd

Falknervorführungen – Hauptakteur kurzfristig auf Abwegen Vorträge, Gemäldeausstellung und Jagdhornbläser

Werner Funk
Erster Stadtrat Werner Funk eröffnete als Schirmherr den 14. Tag der Jagd

Ulrichstein. „Der Tag der Jagd, gemeinsam von der Hegegemeinschaft Herbstein-Ulrichstein und dem Förderverein Museum im Vorwerk organisiert, soll alljährlich die Verbundenheit des Jagdwesens mit unserer Bevölkerung neu dokumentieren und beleben“, so Erster Stadtrat Werner Funk  am Sonntagmittag in seiner Eröffnungsrede in der Ständerhalle des „Museum im Vorwerk“. Zahlreiche Besucher hatten sich zu dieser traditionellen Veranstaltung eingefunden, die nun zum 14. Mal stattfand. 

Funk ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung des Hubertustages ein, der das Wild, die Beute des Jägers in den Mittelpunkt rückt. Sankt Hubertus habe die Jäger ermahnt, das Wildtier als ein Mitgeschöpf zu begreifen, dem Respekt und Achtung erwiesen werden müsse. Dies schließe die Sorge um die Haltung der frei lebenden Tierwelt und seiner Lebensgrundlagen in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft mit ein. Der Hubertustag sollte zugleich ein Tag der inneren Einkehr sein, ein Tag der Rückbesinnung und der Standortbestimmung unserer Jagd in der heutigen hektischen Zeit.

Druckplatte
Dieter Schiele zeigte das Drucken von Jagdstichen

„Jagdausübung ist ein uraltes Handwerk und verlangt praktische Handfertigkeiten und breites Wissen von der Ökologie, Flora und Fauna, über Wildtierkrankheiten, Fleischhygenie und Gesetzeskunde bis hin zum Umgang mit der Waffe und wird in der Jägerprüfung, die nicht ohne Grund auch das „Grüne Abitur“ genannt wird, abverlangt“, so Dr. Dietmar von dem Borne, Vorsitzender der Hegegemeinschaft in seinem Grußwort. Die Jagd könne mit Fug und Recht als Kulturgut bezeichnet werden. Die traditionelle Veranstaltung im Museum im Vorwerk solle vor allem Nichtjägern einen Einblick in dieses Kulturgut gewähren und dem Waidmann sachliche Informationen bieten.

Jagdmaler Dieter Schiele stellte im Anschluss seine im Oktober eröffnete Gemäldeausstellung „Jagd – Pferde – Natur“ vor (wie berichteten bereits darüber). Danach zeigte Schiele den Druck von Jagdstichen. Nach dem Anfertigen der Kupferdruckplatten (sie waren bereits angefertigt) wurde Druckfarbe aufgetragen und diese wieder mit Schaber, Papier und dem Handballen abgewischt. Anschließend ein Bogen Papier aufgelegt und das Ganze mittels einer Walze zusammengepresst. Heraus kam dann der fertige Kupferstich.

Mit praktischen Vorführungen, jedoch diesmal im Freien, ging es weiter. Vor dem Museum gab Schiele einen Einblick in die älteste Jagdart, die Falknerei. Bereits vor über 5.000 Jahre sei diese ni den ostasiatischen Steppengebieten praktiziert worden. Höhepunkt der Jagd mit Falken war im Mittelalter, damals sei sie jedoch dem Adel vorbehalten gewesen. Mit der Einführung von Schusswaffen ging die Falknerei zurück und wurde lediglich in England und dem Orient beibehalten. In 1923 hab man auch in Deutschland wieder damit begonnen.
Obwohl denkbar ungünstiges Flugwetter war, lies Schiele zwei Falken starten. Bei der ersten Flugvorführung klappte alles bestens und die Zuschauer waren begeistert von der Schnelligkeit des Falken. Auch beim zweiten Falken ging zunächst alles gut. Aber nachdem er seine Beute geschlagen hatte, war er plötzlich verschwunden. Mittels Peilsender wurde er jedoch nur kurze Zeit später am nahe gelegenen Friedhof wieder entdeckt und aufgenommen.

Falknervorführung
Dieter Schiele demonstrierte eindrucksvoll die Jagd mit Falken

Einen äußerst interessanten Vortrag gab es danach von Monika Geisel von der Unteren Waffenbehörde beim Vogelsbergkreis. Sie stellte zunächst fest, dass das Waffengesetz und seine Verordnung nicht immer einfach und eindeutig seien, denn es fehlten noch immer die Verwaltungsvorschriften. Im Mittelpunkt der Änderungen stehe die Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition. Seit dem letzten Jahr sei jeder Waffenbesitzer verpflichtet, von sich aus der Behörde mitzuteilen, wie er seine Waffen und Munition aufbewahre. Da dies bisher kaum jemand getan habe, würden alle Waffenbesitzer nach Ortschaften getrennt angeschrieben und erhielten einen einheitlichen Fragebogen. Stichprobenartig würden danach Kontrollen durchgeführt, da dies von dem zuständigen Ministerium verlangt werde. Weiteren Fragen, auch bezüglich des Transportes von Waffen, stehe die Untere Waffenbehörde, gerne zu Verfügung.

Zum Abschluss gab es Jagdlieder von Manfred Ernst. Der Sänger und Entertainer aus dem Taunus hat sich seit seinem 9. Lebensjahr der Musik verschrieben. Speziell für Jäger und Wanderfreunde hat er sogar eine spezielle CD besungen. Die traditionelle Veranstaltung mit knapp 150 Besuchern war von den Seenbachtaler Jagdhornbläser unter Leitung von Otto Biedenkopf mit Jagdsignalen wie „Sammeln“, „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, der „Ehrenfanfare“ und dem „Jagd vorbei, Halali“ musikalisch eröffnet worden. Im Bistro „Lichtblick“ gab es am „Tag der Jagd“ natürlich auch Wildgericht, diesmal Rehbraten mit Knödel und Rotkohl. dg

Jagdhornbläser
Der 14. „Tag der Jagd“ wurde von den Seenbachtaler Jagdhornbläser musikalisch eröffnet